
Worauf Sie beim Tragen eines Gipses oder einer Schiene in der Frakturbehandlung achten sollten, welche Warnzeichen es gibt und was im Alltag hilft.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information. Der Heilungsverlauf ist von Person zu Person und je nach angewandter Technik unterschiedlich. Maßgeblich ist der Plan Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihres behandelnden Arztes; die Angaben hier ersetzen diesen nicht. Genannte Zeiträume dienen lediglich der Orientierung.
Grundregeln
- Halten Sie den Gips trocken; benutzen Sie beim Duschen einen wasserdichten Schutz.
- Schieben Sie zum Kratzen keine Gegenstände wie Lineale, Draht oder Stifte in den Gips — das kann zu Hautverletzungen und Infektionen führen.
- Schneiden oder brechen Sie die Gipsränder nicht selbst.
- Halten Sie Arm oder Bein möglichst über Herzhöhe.
- Bewegen Sie die Finger bzw. Zehen regelmäßig; das verringert die Schwellung und beugt Steifigkeit vor.
Warnzeichen
Wenden Sie sich in den folgenden Situationen ohne Verzögerung an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder eine Notaufnahme:
- Bläuliche Verfärbung, Blässe oder deutliche Kälte der Finger bzw. Zehen
- Zunehmendes Taubheitsgefühl oder Kribbeln
- Übler Geruch oder Sekret aus dem Gips
- Zunehmender Schmerz, der auch bei Hochlagerung nicht nachlässt
- Risse, Aufweichen oder Durchnässen des Gipses
Alltag
- Lagern Sie Arm oder Bein beim Schlafen auf einem Kissen.
- Nutzen Sie beim Treppensteigen mit Gipsbein eine Stütze und nehmen Sie sich Zeit.
- Verwenden Sie Gehstützen so, wie es Ihnen erklärt wurde.
- Tragen Sie weite, leicht anzuziehende Kleidung.
Nach der Gipsabnahme
Nach der Abnahme sind trockene Haut, Hautschuppen und eine Rückbildung der Muskulatur zu erwarten. Das Gelenk kann sich eine Zeit lang steif anfühlen. In dieser Phase sind Bewegungs- und Kräftigungsübungen ein mindestens ebenso wichtiger Teil der Heilung wie die knöcherne Konsolidierung selbst.
Wann Sie unverzüglich ärztliche Hilfe suchen sollten
- Fieber über 38 °C oder Schüttelfrost
- Zunehmende Rötung, Überwärmung oder Sekretion an der Wunde
- Zunehmende, mit Schmerzmitteln nicht kontrollierbare Schmerzen
- Einseitige Schmerzen, Schwellung und Druckempfindlichkeit in der Wade
- Atemnot oder Brustschmerzen
- Plötzliche Fehlstellung oder Funktionsverlust im Operationsgebiet
Diese Anzeichen erfordern eine dringende Abklärung. Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich an die nächste Notaufnahme.
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Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuellen Anweisungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes. Fragen Sie bei Unklarheiten stets nach.
