
Handgelenkarthroskopie
Die Handgelenkarthroskopie ist ein minimalinvasives Verfahren bei Verletzungen des TFCC (triangulärer fibrokartilaginärer Komplex), Bandproblemen und therapieresistenten Schmerzen aus dem Gelenkinneren. Es ist eines der kleinsten Gelenke, an denen eine Arthroskopie durchgeführt wird, und erfordert sehr feine Instrumente.
Aufbau des Handgelenks
Das Handgelenk ist eine komplexe Region aus zahlreichen kleinen Gelenken und Bändern, gebildet von den beiden Unterarmknochen und acht Handwurzelknochen. Der TFCC an der Außenseite des Unterarms trägt die Last auf der Kleinfingerseite und sichert das Gleichgewicht bei der Unterarmdrehung. Da diese Strukturen klein sind, lassen sich Probleme in der Bildgebung nicht immer eindeutig darstellen.

In welchen Fällen kommt sie infrage?
- TFCC-Verletzungen — eine der häufigen Ursachen für Schmerzen auf der Kleinfingerseite
- Bandverletzungen — insbesondere skapholunäre und lunotriquetrale Bandprobleme
- Ganglien — Beurteilung von aus dem Gelenk stammenden Zysten
- Beurteilung und Behandlung von Knorpelschäden
- Entfernung freier Gelenkkörper
- Kontrolle der Gelenkfläche bei Handgelenkbrüchen unter Bildwandler
- Chronische Synovitis und rheumatische Gelenkprobleme
- Beurteilung therapieresistenter Handgelenkschmerzen unklarer Ursache
Warum sind manche Handgelenkbeschwerden schwer zu diagnostizieren?
Da die Strukturen im Handgelenk zahlreich und klein sind, lassen sich manche Verletzungen im MRT nicht eindeutig abgrenzen. Wenn Untersuchungsbefund und Bildgebung nicht übereinstimmen, kann die direkte Betrachtung die Diagnose klären. Das Handgelenk gehört daher zu den Gelenken, bei denen der diagnostische Beitrag der Arthroskopie am deutlichsten ist.
Diagnostik und Beurteilung
- Anamnese: Ort der Schmerzen (Daumen- oder Kleinfingerseite), Sturz- oder Überlastungsgeschichte, Beruf und wiederholte Bewegungen.
- Körperliche Untersuchung: Druckschmerzpunkte, Griffkraft, Bandstabilitätstests, Beurteilung der Unterarmdrehung.
- Röntgen: Knochenstellung, Bruch, Abstand zwischen den Knochen.
- MRT: Beurteilung von TFCC, Bändern und Weichteilen.
Handgelenkschmerzen können auch mit dem Karpaltunnelsyndrom und Sehnenscheidenproblemen verwechselt werden; die Differenzialdiagnose ist wichtig.
Zuerst konservative Behandlung
Bei den meisten Handgelenkproblemen ist der erste Ansatz nicht chirurgisch: Anpassung der Belastung, Ruhigstellung mit Schiene oder Bandage, Schmerztherapie und ein handtherapeutisches Programm werden zunächst angewandt. Eine Operation kommt infrage, wenn darauf keine Besserung folgt oder eine strukturelle Rekonstruktion erforderlich ist.
Wie wird der Eingriff durchgeführt?
Bei der Handgelenkarthroskopie wird das Handgelenk in der Regel in einer speziellen Extensionsvorrichtung leicht aufgehängt und der Gelenkspalt geöffnet. Zum Einsatz kommen feine Kameras von 2–3 mm Durchmesser und Mikroinstrumente. Je nach Befund erfolgen TFCC-Naht oder -Glättung, Bandbeurteilung, Entfernung einer Zyste oder eine Gelenkabtragung.
Vorbereitung auf den Eingriff
- Stellen Sie eine aktuelle Liste aller Medikamente zusammen, einschließlich pflanzlicher Präparate.
- Wenn Sie Blutverdünner einnehmen, teilen Sie dies unbedingt mit; den Zeitpunkt des Absetzens legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
- Bringen Sie frühere MRT-, Röntgen- und Operationsberichte mit.
- Halten Sie die Nüchternheitszeiten ein; das ist für die Sicherheit der Narkose entscheidend.
- Planen Sie Rücktransport und Begleitung im Voraus.
Ausführliche Hinweise finden Sie auf der Seite Vorbereitung auf eine orthopädische Operation.
Die Zeit nach der Operation
Nach einer Rekonstruktion wird das Handgelenk eine Zeit lang mit Schiene oder Gips geschützt; nach reiner Abtragung kann die Bewegung früher beginnen. Fingerbewegungen werden früh empfohlen, um Schwellung zu verringern und Steifigkeit vorzubeugen. Die Handtherapie spielt beim Wiedererlangen von Griffkraft und Feinbewegungen eine wichtige Rolle.
Risiken und Wissenswertes
Auch wenn die Arthroskopie ein minimalinvasives Verfahren ist, handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, und jeder chirurgische Eingriff birgt Risiken. Die folgenden Punkte dienen der allgemeinen Information; Ihre individuelle Risikobewertung erfolgt nach Untersuchung und Diagnostik durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
- Infektion — ein Risiko, das trotz der kleinen Zugänge bei jedem Eingriff besteht.
- Blutung oder Schwellung im Gelenk
- Beteiligung von Nerven- und Gefäßstrukturen (selten)
- Thromboserisiko — insbesondere bei Eingriffen an der unteren Extremität
- Allgemeine Risiken der Narkose
- Ausbleiben der erwarteten Besserung oder Fortbestehen der Beschwerden
- Vorübergehendes Taubheitsgefühl durch Beteiligung oberflächlicher Hautnerven
- Vorübergehende Steifigkeit des Handgelenks und verminderte Griffkraft
- Heilung des rekonstruierten Gewebes nicht im erwarteten Ausmaß
Die Operationsentscheidung wird getroffen, indem Dauer und Ausmaß der Beschwerden, Untersuchungsbefunde, Bildgebung, Alter, Beruf, Aktivitätsniveau und Begleiterkrankungen gemeinsam bewertet werden. Die Ergebnisse sind von Person zu Person unterschiedlich.
Wann sollten Sie sich vorstellen?
- Wenn Handgelenkschmerzen seit Wochen nicht abklingen
- Wenn Drehbewegungen wie Türklinke drehen oder ein Glas öffnen Schmerzen verursachen
- Wenn das Handgelenk hakt, Geräusche macht oder ein Instabilitätsgefühl besteht
- Wenn Sie eine Abnahme der Griffkraft bemerken
- Wenn nach einem Sturz Schmerz und Schwellung anhalten
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein TFCC-Riss?
Der TFCC ist die Knorpel-Band-Struktur auf der Kleinfingerseite des Handgelenks, die Last trägt und bei der Unterarmdrehung Stabilität gibt. Er kann durch Sturz oder wiederholte Überlastung verletzt werden. Nicht jeder TFCC-Riss erfordert eine Operation; Beschwerden, Untersuchung und Stabilität werden gemeinsam beurteilt.
Beim MRT wurde nichts gefunden, die Schmerzen bleiben — was nun?
Da die Strukturen klein sind, lassen sich manche Verletzungen im MRT nicht eindeutig darstellen. Bei anhaltenden Beschwerden können erneute Untersuchung, andere bildgebende Verfahren oder in ausgewählten Fällen eine diagnostische Arthroskopie infrage kommen.
Muss ein Ganglion immer operiert werden?
Nein. Ein Teil der Ganglien verkleinert sich oder verschwindet von selbst. Bei schmerzhaften, bewegungseinschränkenden oder wiederkehrenden Zysten kann eine Operation erwogen werden.
Wann kann ich meine Hand nach der Operation benutzen?
Fingerbewegungen beginnen meist früh; der Einsatz des Handgelenks hängt vom Eingriff ab. Nach einer Rekonstruktion ist die Schonzeit länger. Den genauen Zeitraum legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Wird die Handgelenkarthroskopie beim Karpaltunnelsyndrom eingesetzt?
Das Karpaltunnelsyndrom ist kein Problem im Gelenkinneren, sondern eine Einengung des Nervs im Tunnel; seine Behandlung ist ein anderer Eingriff. Beide Zustände können jedoch bei derselben Person gemeinsam vorliegen.
Wissenschaftliche Arbeiten
Assoc. Prof. Dr. Bertan Cengiz hat wissenschaftliche Arbeiten zu Hand- und Handgelenkchirurgie und verwandten Bereichen der arthroskopischen Chirurgie in nationalen und internationalen Fachzeitschriften mit Peer-Review veröffentlicht. Die Publikationsliste und überprüfbare wissenschaftliche Quellen finden Sie auf der Seite Publikationen.
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Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine persönliche ärztliche Untersuchung. Für Diagnose und Behandlung ist die klinische Beurteilung des Arztes erforderlich. Die Ergebnisse chirurgischer und medizinischer Eingriffe können von Person zu Person unterschiedlich sein; auf dieser Seite wird keine Zusage zu einem bestimmten Ergebnis oder Zeitraum gemacht.
